Schreibtisch

Es ist wie es ist, meine lieben Leser, und es ist kaum zu glauben, aber tatsächlich gibt es Menschen, die meine Artikel lesen und meinen Blog weiterempfehlen! Danke dafür! Ebenso bekomme ich WhatsApp-Nachrichten oder werde über Social Media kontaktiert – auch dafür danke ich Ihnen sehr! Und bitte, sehen Sie es mir nach, wenn ich auf die eine oder andere Nachricht nicht antworte. Es liegt nicht daran, dass ich unhöflich bin oder Ihre Nachrichten nicht schätze. Aber wenn Sie wieder einmal kostenlose Informationen oder einen kleinen Gefallen erwarten, dann muss ich Sie leider enttäuschen. Für solche Anfragen gibt es offizielle Dienstleister, die Ihnen gerne gegen Bezahlung weiterhelfen. Ich hoffe, Sie verstehen, dass auch meine Zeit wertvoll ist und ich nicht mal mehr in meinen kühnsten Träumen daran denke, überhaupt irgendetwas gratis zu tun. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Eines scheint Sie jedoch sehr zu interessieren, meine lieben Leser, zumindest gehe ich davon aus, weil es eine der häufigsten Fragen ist, die ich gestellt bekomme: Wo schreibst du deine Artikel?

Nun, meine Texte verfasse ich ganz schlicht und einfach – oder sogar ganz langweilig – an meinem alten Schreibtisch, der auf meiner Mansarde steht! Mein Schreibmöbelstück ist älter als ich und gehörte früher einem erfolgreichen Geschäftsmann aus S'Aranjassa. Gefunden habe ich mein Schreibschätzchen zufällig über eine kleine Anzeige im Internet. Es war Liebe auf den ersten Blick! Ich sah dieses wertvolle und wunderschöne Möbelstück und wusste sofort, ich brauche es!! Mein Mann war wenig begeistert, als ich ihm mitteilte, dass ich wieder etwas im WWW entdeckt habe und es unbedingt brauche.

Ein paar Tage später ging es los! Mein Mann, sein Bruder, sein Vater und ich machten uns auf den Weg nach S'Aranjassa, nur einen Katzensprung von meinem Wohnort entfernt. Endlich stand ich vor ihm! Vor meinem Zukünftigen! Ich sah ihn vor mir, groß, breit, dunkel, wunderschön, pure Handarbeit, Maßanfertigung, edles Holz! Wahnsinn! Gegen den Austausch von mehreren grünen Scheinen durfte ich ihn endlich mitnehmen, mit zu mir nach Hause!

Es brauchte vier Männer, um mein Schätzchen in das Transportmittel zu laden! Meinen Mann, seinen Bruder, seinen Vater und den Nachbarn des Verkäufers. Zu Hause angekommen, brauchte es wieder vier Männer, um das Holzkunstwerk ins Haus zu bringen. Nun, mein Mann war noch da, sein Bruder und sein Vater auch, doch woher nun das vierte männliche Wesen nehmen? Pah, ganz einfach, nicht nur der Verkäufer hat nette Nachbarn, sondern ich auch! Mein Mann, sein Bruder, sein Vater und mein mallorquinischer Nachbar hievten das antike Teil ins Haus, aber damit war es ja noch nicht getan! Es musste weiter nach oben gehen, auf meine Mansarde!

Nach dem Aufstieg von zwei Treppen, die jeweils 16 Stufen haben, nach dem Fluchen in feinster mallorquinischer Manier, nach einem zerkratzten Treppengeländer und mehreren Beulen in den Wänden, war es fast geschafft, der Schreibtisch war vor meiner Mansarde! Plötzlich ging nichts mehr, meine lieben Leser! Welch ein Schock, welch ein Dilemma!! Mein Schreibtisch passte nicht durch die Tür! Egal wie man ihn drehte und wendete, es passte nicht!! Fassungslosigkeit und Ratlosigkeit machten sich in den Gesichtern der Männer breit! Mir stiegen beinahe die Tränen in die Augen! Es geht nicht, es passt nicht!

Jedoch sind die Mallorquiner ein zähes Völkchen, die geben nicht auf, wenn es ein Problem gibt! Kurzerhand wurde beschlossen, die Tischbeine abzusägen, den Tisch durch die Tür zu manövrieren und anschließend die Holzbeine wieder anzubringen. Jedes Geräusch der Säge versetzte mir einen Stich, mitten ins Herz! Zum Glück ist mein Nachbar Schreiner, so vertraute ich darauf, dass er weiß, was er tut! Und tatsächlich, er wusste, was er tat! Mein Schreibtisch steht auf meiner Mansarde, in seiner vollen Pracht und Schönheit! Von dem Zersägen ist nichts zu sehen, vergessen ist der Sägeschmerz! Meinen Schreibtisch und mich erwartet eine wundervolle gemeinsame Zukunft, in der ich noch sehr viele Kolumnen schreiben werde und niemals aus meinem Haus ausziehen sollte.

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