Kuriosität
Es ist wie es ist, meine lieben Leser, aber kaum eine andere Insel auf dieser Welt ist so vielfältig wie Mallorca! Jeder, der dieses paradiesische Stückchen Erde besucht, ist beeindruckt von der Natur, dem Meer und selbstverständlich von dem meist sonnigen Wetter, egal zu welcher Jahreszeit.
Der Besuch der Hauptstadt Palma ist für alle so obligatorisch, wie das Amen in der Kathedrale, egal ob man hier als Tourist oder als Anwohner weilt. Apropos die Kathedrale, die wie eine wunderschöne Königin ist, über der Stadt thront und so viel Würde und Eleganz ausstrahlt, dass sogar die Tauben ganz ehrfürchtig werden. Hätten Sie gewusst, dass alle Glocken der “la Seu” einen Namen haben und die größte von allen n’Aloy heißt? Aloy kommt nur an Fronleichnam oder bei einer Bischofsweihe zum Einsatz, und sonst schweigt sie, wie ein braver Ehemann, der nur spricht, wenn er gefragt wird. Jedes Jahr, am 02.02. und am 11.11., ergibt sich ein wunderschönes Naturschauspiel inmitten des prachtvollen Gebäudes. An diesen Tagen zeigt sich die magische Acht! Dabei steht die Sonne genau so, dass das Licht der östlichen Fensterrosette so auf die westliche Wand geworfen wird, dass eine bunte Acht entsteht. Wie es zu diesem Zahlenwunder an der heiligen Wand kommt und warum ausgerechnet nur an diesen beiden Tagen? Das hat leider noch keiner herausgefunden, wird man auch in Zukunft nicht, denn, was will man denn von einer Generation erwarten, die nur was von Festkleben versteht?
Bleiben wir noch ein wenig in Palma! Während Sie gemütlich durch die Altstadt schlendern, achten Sie darauf, nicht über die steinigen Bordsteine zu stolpern und werfen Sie auch einen Blick auf die Häuser, deren Fassaden von Fledermäusen geschmückt sind. Nein, keine lebenden Tierchen! Dieses heraldische Lebewesen war, laut Legende, der absolute Glücksbringer des aragonesischen Königs Jaume I., der im Jahre 1229 mit seinem Heer die arabischen Machthaber besiegte und der erste König von Mallorcas wurde. Ja, ja, tatsächlich war Jaume I der erste König von Mallorca und nicht der Drews! Noch heute glauben viele Mallorquiner, dass die Flugmaus Glück bringt und zieren weiterhin ihre Domizile damit.
Auf Mallorca wird das Mallorquin gesprochen! Nein, diese Sprache ist kein spanischer Dialekt, sondern eine inoffizielle und selbstständige Sprache, die nur auf der Insel gesprochen wird. Die katalanische Sprache ähnelt der Mallorquinischen sehr, jedoch ist sie nicht gleich. Die Kinder wachsen hier dreisprachig auf, sie lernen von Kindergartenalter an das Mallorquin, das Katalan und das Spanisch. So wie die eigene Sprache, genauso haben die Mallorquiner auch ihren eigenen Tanz. Dieses traditionelle Schwingen heißt “Ball de Bot” und ist der einzige Tanz auf der Welt, bei dem die Frau führt, nicht der Mann! Die mallorquinischen Männer haben es erkannt, es ist durchaus empfehlenswert, immer auf die Frau zu hören, so lebt Mann länger und sicherer. Tatsächlich ist das ein echter feministischer Tanz, wenn das die Alice wüsste, so würde sie wahrscheinlich vor lauter Freude mitspringen beim Ball de Bot.
Wo getanzt wird, da darf selbstverständlich die Musik nicht fehlen. Die “Ximbomba”, eine Tontrommel, die “Ocarina”, eine Gefäßflöte und der “Xeremiers”, ein Dudelsack aus Leder, kommen beim Tanz zum Einsatz. Bei Musik und Tanz ist der Gesang selbstverständlich unverzichtbar. Es gibt viele mallorquinische Lieder, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Die meisten Gesänge drehen sich um die Liebe und das schöne Leben – um was denn sonst? Ist es nicht die Liebe, die das Leben lebenswert erscheinen lässt? Also meine lieben Leser, wenn jemand von feiern, singen, lieben und genießen was versteht, dann sind es die Mallorquiner!