Kinderfiesta

Es ist wie es ist, meine lieben Leser, aber irgendwann ist es mal so weit: Die erste Einladung zu einem Kindergeburtstag flattert auf Ihr Handy und Ihr Sprössling kann sein Glück kaum fassen! Juhu, die erste Einladung zu einem Kindergeburtstag! Eine Fiesta ist zwar schön und gut, doch wie feiert man eigentlich so ein Kinderfest auf Mallorca? Genauso wie in Deutschland? Denkste!! Hier ist es ganz anders!

Wer es sich leisten kann, lädt natürlich die ganze Klasse des Kindes ein. Wer es sich nicht leisten kann, lädt nur die engsten Freunde des Nachwuchses ein. Wer jetzt denkt, dass der Einladung nur das eingeladene Kind folgt, der denkt falsch. Zum Geburtstag erscheint fast jeder Gast mit seiner ganzen Familie. Oh ja, ganz genau: das eingeladene Kind, + Mutter, + Vater (wenn die Eltern nicht gerade getrennt sind), + Geschwister (wenn der Altersunterschied nicht zu groß ist). Und ja, es ist hier ganz normal, dass man mit seiner ganzen Familie zum Geburtstag eines Kindes geht.

Nachdem alle Mitfeiernden nacheinander und keinesfalls pünktlich eingetroffen sind, ist der Lärmpegel ordentlich belastet. Aber gut, das ist ganz normal hier. Die mallorquinischen Mitbürger sprechen nun mal gerne laut und die Kinder dürfen hier toben und schreien! Richtig, fröhliche und lebhafte Kinder werden auf Mallorca gerne gesehen und keiner kommt jemals auf die Idee, die Polizei zu rufen, wegen Ruhestörung oder sonstigem deutschen Nonsens. Gefeiert wird selten in den heimischen Wänden, dieses Privileg ist nur den Familienmitgliedern vorbehalten. In den meisten Fällen findet so eine Festveranstaltung in einem „Chiquipark“, auf einer Finca, auf einem Bauernhof oder in sonstiger, kindergeeigneter Lokation statt.

Der Höhepunkt dieser festlichen Veranstaltung ist selbstverständlich die Geburtstagstorte, dicht gefolgt von den Geschenken. Sobald das Geburtstagskind sich die Ständchen angehört und die Kerzen ausgeblasen hat, wird die Torte an die Anwesenden verteilt. Nach dem Verspeisen der kalorienreichen Kost und dem Verdrängen des schlechten Gewissens, geht es nun an das Eingepackte. Mit den Geschenken ist es in den meisten Fällen so, dass es einen „regalo conjunto“ gibt. Das heißt, die Eltern des Geburtstagskindes kaufen die Geschenke, und die eingeladenen Freunde steuern 5-10 Euro bei. Ja, ja, nur die eingeladenen Freunde, der mitgebrachte Familienclan kommt gratis mit.

Alles hat ein Ende, auch so eine Kindersause! Wenn endlich der Heimweg angetreten wird, dann natürlich nicht mit leeren Händen. Jedes anwesende Kind, egal ob Freund oder mitgebrachtes Geschwisterchen, bekommt noch eine Kleinigkeit mit nach Hause. Bei den kleinen Aufmerksamkeiten handelt es sich oft um eine Tüte Süßigkeiten oder Bastel- und Malsets oder, oder, oder…, hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Die Feier ist zu Ende, die Eltern des Geburtstagskindes stehen da wie nach einem Tornado und sind leichenblass. Warum? Ganz einfach, jetzt geht es an das Bezahlen der Rechnungen! Fassen wir mal zusammen: Jedes eingeladene Kind kam mit seiner Familie, die alle essen, trinken und ein Stück von der Torte haben wollten. Spiderman und Schneewittchen haben ihre Show natürlich nicht kostenlos abgezogen, und der Eigentümer der Geburtstagslocation will auch Moneten sehen. Die kleinen Geburtstagserinnerungen für die Gäste kosten ebenfalls ein paar Taler. Kurzum, so Pi mal Daumen und wenn Sie mal so eine Kinderparty schmeißen wollen, dann rechnen Sie ruhig mit mindestens 20 Euro pro Person. Wenn 50 Menschen da waren, dann sollten Sie auch 20x50 rechnen…huch, Sie sehen plötzlich so blass aus, meine lieben Leser! Geht es Ihnen gut?

Zurück
Zurück

Damen

Weiter
Weiter

Mandelblüte